» Startseite » Finanzen » Gold als Geldanlage in Krisenzeiten
Die Finanzkrise und die daraus resultierende Wirtschaftskrise hat allen Bundesbürgern in erschreckendem Ausmaß deutlich gemacht, wie instabil das globale wirtschaftliche System der Weltwirtschaft ist und wie abhängig wir als Deutsche sind.An den internationalen Anleihen- und Aktienmärkten kam es zu großen Verwerfungen, die das Privatvermögen vieler Sparer ganz gravierend dezimiert und dadurch Unsicherheit hervorrufen haben. Immer mehr Menschen erkennen, dass es das Prinzip des ewigen Wachstums nicht gibt und dass es bei der Geldanlage nicht damit getan ist, sich auf historische Aktienmarktentwicklungen und Empfehlungen der Bankberater zu verlassen, die vermitteln wollten, dass diese Entwicklung sich ewig und ohne Unterbrechung fortsetzt.
Selbst Anlageformen, die über Jahrzehnte hinweg als sicheres Geschäft gegolten haben, sind aufgrund von Bankenpleiten und einem zu erwartenden Anstieg der Inflation nicht bedenkenlos zu empfehlen. So sollten Anleger nicht davon ausgehen, dass Geld das geeignete Mittel zur Erhaltung der Kaufkraft ist. Aufgrund der gigantischen Neuverschuldung fast aller wichtigen Staaten dieser Erde, ist zukünftig eine Inflation zu erwarten, die die jungen Generationen noch nicht erlebt haben dürften. Einige Experten prognostizieren sogar eine globale Hyperinflation, mit Teuerungsraten im zwei- bis dreistelligen Prozentbereich.
Vor diesem Hintergrund ist es wenig verwunderlich, dass viele Bürger unsicherer werden, wenn es um die Zukunft geht. Sie suchen nach Assetklassen, die nicht unbedingt eine hohe Rendite erwirtschaften müssen, sondern die Kaufkraft auch im Falle einer großen Inflation gut erhalten können. Dabei spielen Werte, die die Eigenschaft erfüllen, physisch greifbar zu sein, eine ganz zentrale Rolle. Zu diesen Assetklassen zählen neben Immobilien auch Rohstoffe. Bei der Anlage in Rohstoffe, kommt Gold eine besonders große Bedeutung zu. Gold gilt bereits seit Jahrtausenden als der sichere Hafen in schweren wirtschaftlichen Krisen. Das edle Metall kennt keinen natürlichen Verfall und unterscheidet sich dadurch ganz erheblich von Immobilien, welche einen hohen Wartungsaufwand mit sich bringen können. Im Unterschied zu Immobilien gibt es bei einem Goldasset aber keine Möglichkeiten, laufende Einnahmen zu erzielen.
Die Geldanlage in Gold dürften die meisten Anleger mit einem physischen Goldinvestment assoziieren. Diese Art des Investierens ist auch sicherlich die sinnvollste Methode, wenn man von einer schweren Krise und starken politischen Veränderung, vielleicht auch einer Revolution des politischen und wirtschaftlichen Systems ausgeht. Für weniger pessimistische Anleger bietet sich neben der physischen Anlage auch die Anlage über Zertifikate oder Rohstofffonds an. Allerdings bringt die indirekte Anlage immer auch hohe Neben- und Folgekosten mit sich, weshalb sie nur bedingt attraktiv ist.
Das Gros der Anlegerschaft dürfte wohl ein physisches Investment favorisieren, da bei dieser Art des Investierens die Verfügbarkeit des Goldes als "Notgroschen" oder "eiserne Reserve" besonders deutlich wird. Die physische Anlage erfordert je nach Größe des Investments gewisse Maßnahmen und Investitionen. So empfiehlt es sich sehr, das Goldinvestment entsprechend zu versichern und/oder den Goldbestand in einem entsprechend bemessenen Bankschließfach oder einem Tresor unterzubringen, was mitunter eine starke Kostenbelastung bedeuten kann.
Von der Anlage in Gold sollten Anleger idealerweise keine absoluten Renditen erwarten. Vielmehr sollte man bedenken, dass ein Kilo Gold auf ewig ein Kilo Gold bleiben wird. Wo hingegen der Gegenwert eines Euros sich stetig verringern dürfte und möglicherweise komplett verfällt. Durch Spekulationen schwankt der Goldpreis mit unter sehr stark, sodass es sich auszahlt sein Goldinvestment über mehrere Monate oder besser Jahre aufzubauen. Allerdings dürfte der Goldpreis für überzeugte Goldanleger ohnehin nur eine untergeordnete Rolle spielen, da sie sich ja ganz bewusst von der Funktion der gültigen Währung als Wertmesser abkoppeln möchten.
Ein Goldinvestment eignet sich also insbesondere für sicherheitsorientierte Anleger, die dem politischen und wirtschaftlichen System, sowie dem gängigen Währungssystem nicht blind vertrauen möchten. Sicherlich gibt es in Krisenzeiten kaum eine adäquate Alternative zum Goldinvestment. Kein Wert ist so beständig, wie der des Goldes. Aber auch in Zeiten, in denen die Konjunktur in gewohnten Maßen floriert, ist ein Goldinvestment sicherlich nicht die falscheste Entscheidung. Wer in Gold investieren möchte, sollte sich dem werterhaltenden Charakter und der Beständigkeit des Goldes bewusst sein. Aus Renditegesichtspunkten rechnet sich ein Goldinvestment in der Regel nämlich nur in Krisenzeiten!
