» Startseite » Geld sparen » Autogas - Wirklich eine Alternative?
Ein Blick auf die Preistafeln an den Tankstellen reicht völlig aus und vielen Autofahrern kommen dabei die Tränen. So ist der Preis für Diesel, Benzin und Superbenzin in den letzten Jahren immer stetig gestiegen und Autofahren wird immer mehr zum Luxus. Das die Ressourcen und Vorkommen an Erdöl begrenzt sind ist wohl jedem klar, jedoch gibt es alternative Möglichkeiten, wie beispielsweise Autogas oder Erdgas, die einen geringeren CO²-Ausstoß bei der Verbrennung haben und den eigenen Geldbeutel schonen.Was ist Autogas?
Das im internationalen Straßenverkehr als GPL bezeichnete Autogas ist ein Flüssiggas und eine Propan-Butan Mischung, welches als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren vorgesehen ist. Dieses so genannte Autogas ist eine andere Art von Gas, als das komprimierte Erdgas (CNG) oder auch das flüssige Erdgas (LNG).Autogas wurde schon den 70er Jahren vor allem in Südeuropa als Kraftstoff verwendet und ist umweltfreundlicher als der Kraftstoff Benzin. Es werden bei der Verbrennung von Autogas erheblich weniger Stickoxide, CO ² und Kohlenwasserstoffe ausgestoßen. Aus diesem Grund dürfen beispielsweise Gabelstapler, welche mit Autogas betrieben werden, auch in geschlossenen Räumen genutzt werden, obwohl diese einen Verbrennungsmotor besitzen. Durch die geringere Dichte des Autogases im Vergleich zu Benzin wird allerdings hierbei ein Mehrverbrauch von bis zu 20% verzeichnet.
Die Verbreitung von Autogas beschränkte sich zu Beginn auf Taxis, wurde jedoch in den 80er Jahren auch im privaten Bereich, vor allem in Österreich, genutzt. Anfangs waren die Preise für Autogas im niederen Bereich. Für Privatpersonen wurde diese Art von Kraftstoff allerdings mit der Zeit durch die höhere Besteuerung uninteressant. Für öffentliche Fahrzeuge allerdings blieb das Autogas steuerfrei und so wurden beispielsweise in Österreich und mittlerweile auch in vielen anderen europäischen Ländern viele Buslinien auf Autogas umgestellt.
Momentan (2008) kostet ein Liter Autogas in Deutschland etwa 50-75 Cent. Bei der Betankung eines Fahrzeuges mit Autogas stellt es sich allerdings als Nachteil heraus, dass der Preis nach dem Volumen berechnet wird, dieses jedoch je nach Temperatur größer (bei niedrigen Temperaturen) oder kleiner (bei hohen Temperaturen) sein kann.
Tanken zum halben Preis?
Umrüster von Autogasanlagen werben häufig mit dem Werbeslogan "Tanken zum halben Preis" oder "Tanken für die Hälfte". Dies trifft auch wirklich zu, da für einen Liter Normal oder Superbenzin bis zu 1,50 Euro bezahlt werden müssen und im Vergleich ein Liter Autogas zwischen 55 und 75 Cent kostet.Die Autogas-Umrüstung und der Umbau
Bevor ein Auto mit Autogas betrieben werden kann entstehen Kosten für die Umrüstung. In der Regel können alle Fahrzeuge auf Autogas umgerüstet werden und dies ist relativ unkompliziert. Die Kosten belaufen sich ja nach Fahrzeug auf bis zu 3500 Euro und variiert je nach Anzahl der Zylinder und der Leistung der Abgasnorm, welche erreicht werden soll.Beim Umbau eines Fahrzeuges kann der Tank an verschiedenen Stellen des Fahrzeuges eingebaut werden. Die Tanks für das Autogas werden entweder in der Mulde für das Reserverad, dem Kofferraum oder am Unterboden angebracht. Der Benzintank wird hierbei demnach nicht ersetzt, so dass das Fahrzeug wahlweise mit Autogas oder Benzin betrieben werden kann.
Dies stellt einen erheblichen Vorteil dar, da bisher in Deutschland an nur etwa 4000 Tankstellen Autogas erhältlich ist (Stand April 2008). So kann der Kraftstoff von dem Fahrer während der Fahrt manuell oder automatisch umgestellt werden. In der Regel wird erst auf Autogas umgeschaltet, wenn der Motor eine gewisse Temperatur erreicht hat, um das Autogas optimal verbrennen zu können. Hierbei unterstützen auch einige Anlagen das direkte und ausschließlich Fahren mit Autogas.
Unterschieden wird hier zwischen Venturianlagen, LPI Anlagen und sequenziellen Anlagen. Bei Venturi- und sequenziellen Anlagen wird das Autogas in der Form von Gas zugeführt. Die Venturianlage ist hierbei die älteste, jedoch auch die preiswerteste der drei Anlagen. Eine LPI Anlage (Bedeutung: liquid propan injection) befördert das Gas allerdings in flüssiger Form in den Motor. Diese LPI Anlagen ermöglichen somit durch einen Kühleffekt der Ansaugluft eine geringe Leistungssteigerung. Die Gasanlagen solcher mit Autogas betriebenen Fahrzeuge müssen in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Dies geschieht in der Regel an dafür zugelassenen Überwachungsstellen. Zudem müssen Verordnungen in Bezug auf den Explosionsschutz beachtet werden, vor allem bei Arbeiten, welche unter der Erdgleiche stattfinden, da das Autogas schwerer als Luft ist und sich somit am Boden sammeln kann. Somit müssen auch Bodenöffnungen beachtet werden.
Durch die steigenden und nahezu angeglichenen Benzin- und Dieselpreise stellt das Fahren mit Autogas in der Zukunft eine preiswertere Variante dar. Auch beim Umweltschutz kann Autogas punkten, denn die Werte für Stickoxide, Kohlenstoffdioxid und Kohlenwasserstoffe sind deutlich geringer.
